Profil und politische Einordnung
Die Alternative für Deutschland wurde als eurokritische Partei gegründet und entwickelte sich innerhalb weniger Jahre zu einer nationalkonservativen und rechtspopulistischen Kraft. Sie stellt nationale Souveränität, direkte Demokratie, eine deutlich restriktivere Migrationspolitik und eine grundlegende Veränderung der Europäischen Union in den Mittelpunkt. In Wirtschaftsfragen finden sich marktwirtschaftliche und ordnungspolitische Forderungen; zugleich vertritt die Partei sozial- und energiepolitische Positionen, die stärker auf nationale Steuerung, günstige fossile und nukleare Energie sowie die Ablehnung zentraler Klimaschutzinstrumente ausgerichtet sind. Gesellschaftspolitisch betont sie traditionelle Familienbilder, kritisiert Genderpolitik und fordert tiefgreifende Änderungen in Kultur-, Medien- und Bildungspolitik.
Die AfD polarisiert stärker als die meisten anderen Parteien. Teile ihrer Gliederungen und Äußerungen führender Funktionäre stehen seit Jahren im Fokus von Verfassungsschutz, Gerichten und öffentlicher Debatte. Ein Parteiprofil muss daher zwischen offiziellen Programmaussagen, innerparteilichen Strömungen, Aussagen einzelner Akteure und rechtlichen Bewertungen unterscheiden. POLITICAMPUS übernimmt weder Selbst- noch Fremdzuschreibungen ungeprüft. Für den Umsetzungscheck werden konkrete, aus Quellen belegte Programmpunkte dargestellt. Zustimmung im Trust-Faktor bedeutet nur, dass Nutzer ein Versprechen als umgesetzt ansehen; sie ist keine Zustimmung zur politischen Zielrichtung und keine repräsentative Wahlumfrage.
Geschichte der AfD
Die AfD wurde am 6. Februar 2013 gegründet und trat zunächst vor allem gegen die Euro-Rettungspolitik auf. Zu ihren prägenden Gründungsfiguren gehörte der Ökonom Bernd Lucke. Bei der Bundestagswahl 2013 scheiterte die Partei knapp an der Fünfprozenthürde, zog aber 2014 in das Europäische Parlament und anschließend in mehrere Landtage ein. Schon früh entstanden Konflikte zwischen wirtschaftsliberalen Eurokritikern und nationalkonservativen Kräften. Auf dem Essener Parteitag 2015 unterlag Lucke Frauke Petry und verließ später die Partei. Die Fluchtmigration des Jahres 2015 veränderte Themen, Wählerschaft und öffentliche Wahrnehmung der AfD grundlegend; Migration, Islam und nationale Identität rückten in den Vordergrund.
2017 zog die AfD erstmals in den Deutschen Bundestag ein und wurde dort stärkste Oppositionsfraktion. Nach weiteren Führungs- und Richtungskämpfen verließen auch Frauke Petry und andere prominente Mitglieder die Partei. Besonders in ostdeutschen Ländern erzielte die AfD hohe Ergebnisse und etablierte sich in vielen Parlamenten. Der formal aufgelöste „Flügel“ um Björn Höcke prägte programmatische und personelle Debatten weiter. Beobachtungen durch Verfassungsschutzbehörden sowie gerichtliche Auseinandersetzungen begleiteten die Entwicklung; Bewertungen können sich nach Bundes- und Landesverband unterscheiden und müssen jeweils mit aktuellem Rechtsstand gelesen werden. Bei Bundestags- und Landtagswahlen wuchs die AfD zu einer der größten Oppositionsparteien. Ihre Geschichte zeigt eine schnelle Verschiebung vom professoral geprägten Europrotest zu einer breiten Protest- und Rechtsaußenpartei mit unterschiedlichen Strömungen. Gerade deshalb verlinkt POLITICAMPUS Originalprogramme, Themenvergleiche und messbare Versprechen, statt die Partei auf einzelne Schlagworte zu reduzieren.
So liest du dieses Parteienprofil
Parteien verändern Programme, Personal und politische Schwerpunkte. Dieses Porträt beschreibt deshalb langfristige Entwicklungslinien und die gegenwärtige programmatische Ausrichtung, ohne daraus eine Wahlempfehlung abzuleiten. Aussagen zu einzelnen Wahlen findest du in den jeweils datierten Wahlprogrammen. Dort sind Forderungen in prüfbare Punkte zerlegt und mit dem Originaldokument verbunden. Der Themenvergleich stellt Aussagen verschiedener Parteien nebeneinander; er bewertet nicht, welches Ziel politisch wünschenswert ist.
Der angezeigte Trust-Faktor ist ein Community-Wert zur wahrgenommenen Umsetzung dokumentierter Zusagen. Er ist keine repräsentative Umfrage, keine wissenschaftliche Gesamtbewertung der Partei und kein Ersatz für eine inhaltliche Auseinandersetzung. Wenige Stimmen werden als vorläufig gekennzeichnet. Bei Koalitionsverträgen ist außerdem zu beachten, dass mehrere Partner gemeinsam Verantwortung tragen und eigene Wahlforderungen in Verhandlungen verändern. Quellen, Zeitbezug und Abstimmungsregeln bleiben deshalb auf jeder Ebene sichtbar.
Historische Hauptquelle: AfD-Rückblick ↗. Redaktionell zusammengefasst; zuletzt geprüft 16.08.2026.